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Projektleiter B. Eggimann berichtet über das Projekt „Enhanced hybrid“; im Hintergrund steht eine Infotafel mit Skizzen der Kombination aus Exoskelett und Rollstuhl.

Angetrieben durch Entwicklergeist, interdisziplinärem Know-how und den Wunsch, Menschen zu helfen, hat das Team im MedTech Lab um Silvia Rohner und Benjamin Eggimann bereits verschiedene Ideen gebrainstormt und auch umgesetzt. So wie den „ZED evolution“, ein robotischer Rollstuhl, der über besondere Features verfügt und auch beim Cybathlon schon aufs Siegertreppchen fahren konnte. Oder auch das „VariLeg enhanced“, ein aktives Exoskelett, das die Bewegung von Knie- und Hüftgelenken ermöglicht. Ein weiteres, ganz besonderes Projekt ist gerade in Arbeit – der sogenannte „Enhanced hybrid“. Eine Kombination aus Exoskelett und Rollstuhl, die zu mehr Mobilität und Freiheit verhelfen soll. So einfach die Beschreibung klingt, so komplex ist die Realisierung des Projekts. Die Entwicklung nimmt viel Zeit in Anspruch und die Anforderungen an die Funktionalität sind hoch. Silvia Rohner erzählt, dass sie bereits drei Jahre investiert haben: „Wir haben da ein gutes Jahr in die Klärung des Problems investiert. Noch mal ein Jahr ungefähr in die Konzeption und dann noch mal ein Jahr, jetzt in die technische Umsetzung, für den ersten Prototypen.“

Technologien, die den Weg in die Zukunft weisen

Eine Demo-Version des „Enhanced hybrid“ ist gemeinsam mit weiteren Exponaten in der Ausstellung „Mobility & Inclusion“ zu sehen. Diese wurde von Robert Riener, Professor im Sensory-Motor Systems Lab an der ETH Zürich, ins Leben gerufen. Mit verschiedenen Exponaten und „Mitmach-Stationen“ sollen zukunftsfähige Technologien für Menschen mit Handicap vorgestellt werden. Prof. Riener selbst engagiert sich seit über 20 Jahren für das Thema Assistenztechnologien, da er das große Potenzial darin sieht: „Durch den Einsatz von Technik kann nicht nur die Lebensqualität der Menschen mit Beeinträchtigung erhöht werden, sondern es verbessert sich deren Teilhabe in der Gesellschaft, in der Bildung, im Beruf, und in der Freizeit. Technik hilft Barrieren abzubauen, und zwar nicht nur physische, sondern auch kommunikative.“

Die Ausstellung gibt Einblicke in das Leben von Menschen mit Beeinträchtigungen und welchen Herausforderungen sie sich im täglichen Leben gegenüber sehen. Anschaulich wird gezeigt, durch welche technische Lösungen Hindernisse oder Beeinträchtigungen teilweise kompensiert oder gelöst werden können, um Chancengleichheit und Selbstbestimmung zu fördern.

„Spielversion“ des Enhanced Hybrid: Über Aktionstasten kann eine Figur im Mini-Exoskelett über Alltagshindernisse bewegt werden.

Wenn Rollstuhl und Exoskelett eins werden

So wie beispielsweise mit dem Demo des MedtechLabs der Fachhochschule OST. Die „Spielversion“ des Enhanced Hybrids zeigt, was in Zukunft möglich sein soll: Die Fortbewegung im Sitzen, also mit Rollstuhl, aber genauso das Aufstehen und Gehen mithilfe eines Exoskelett. Welche Unterstützung der Nutzer benötigt, entscheidet er selbst. Mit dem Demo lässt sich das Ganze spielerisch erfahren. Über Aktionstasten kann eine Figur im Mini-Exoskelett über Alltagshindernisse bewegt werden, die über ein Förderband herannahen.

Damit das Demo läuft, sind FAULHABER-Motoren verbaut, die für die richtige Bewegung im richtigen Moment sorgen. Mit Hilfe von Knöpfen kann der User entscheiden, welche Aktion ausgeführt soll – je nach dem, welches Hindernis es zu bewältigen gilt. Ein bürstenloser Motor der Serie B (1628 ... B) in Kombination mit einem Planetengetriebe (Serie 16/7, 246:1) sorgt beispielsweise dafür, dass das Demo die gewünschte Position einnehmen kann.

Detailansicht der „Spielversion“ des Enhanced Hybrid mit einem verbauten bürstenlosen Motor der Serie FAULHABER B.

Visionen und Wünsche prägen das Tun

In Zukunft soll die Technik noch schneller, besser und intuitiver werden. Für Prof. Riener spielt außerdem ein weiterer Aspekt eine wichtige Rolle: „Die Assistenzgeräte sind zwar besser geworden, aber wir sind noch lange nicht am Ziel angekommen. Die Geräte müssen noch kleiner und leichter werden sowie mehr Funktionalitäten und längere Batterielaufzeiten bekommen. Zudem sind die heutigen Geräte noch viel zu teuer. Wir müssen es schaffen, durch eine verbesserte Akzeptanz der Geräte und einem verstärkten Konkurrenzkampf die Stückzahlen der verkauften Geräte zu erhöhen. Dies würde die Preise deutlich senken.“

Die Gedanken von Silvia Rohner gehen sogar noch einen Schritt weiter, denn sie sagt: „Das mag ein bisschen komisch klingen, aber ich hoffe, dass unsere Assistenzsysteme nicht mehr benötigt werden in einer fernen Zukunft. Wir entwickeln eigentlich nur Systeme, die versuchen etwas, das der menschliche Körper im Moment nicht kann, irgendwie wieder möglich zu machen. [...] Bis dahin glaube ich, dass wir Assistenzsysteme brauchen. Und die müssen dann vor allem so alltagstauglich werden, dass sie nicht mehr im Fokus stehen.“ Auch wenn der Weg lang und herausfordernd ist, für die Wissenschaftler und Ingenieure ist es vor allem wichtig, weiterzumachen und Menschen mit Handicap schrittweise das alltägliche Leben etwas leichter zu machen. Sei es mit einem hochmodernen Rollstuhl, einem Exoskelett oder einer Kombination aus beidem.

Die Ausstellung „Mobility and Inclusion“ wird vom 5. September bis 22. Dezember 2024 im Paraforum am Paraplegik-Centrum in Nottwil zu sehen sein, und ab 2025 dann ins Technorama in Winterthur weiterziehen.

B. Eggimann vom MedTech Lab der OST Rapperswil demonstriert die Funktion des „Enhanced hybrid“, einer Kombination aus Exoskelett und Rollstuhl.

Produkte

Bürstenlose DC-Servomotoren
1628 ... B
2-Pol-Technologie
Produktdetails
Datenblatt (PDF)
Planetengetriebe
16/7
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