Ein Glockenankermotor ist ein hochdynamischer Gleichstrommotor, dessen Rotor ohne eisenbehafteten Ankerkern konstruiert ist. Diese Bauart wurde entwickelt, um die technischen Nachteile eines T-Anker-Motors wie Trägheitsmoment und Rastmoment zu umgehen.
Die Wicklung eines Glockenankermotors ist freitragend, sie wird also nicht auf einem Träger gewickelt. Die fehlende mechanische Stabilisierung durch den Träger wird dadurch kompensiert, dass die einzelnen Wicklungen durch Kunststoff miteinander verbunden werden. Die freitragende Wicklung ist auch als Luftspaltwicklung, Glockenankerwicklung oder im Englischen „coreless design“ bekannt.
Der Begriff Glockenankermotor geht darauf zurück, dass der komplette Rotor, bestehend aus Wicklung, Kommutatorteller und Kommutator, optisch an eine Glocke erinnert.
Beim Glockenankermotor erfolgt die Drehmomentübertragung von der Wicklung zur Welle mittels des scheibenförmigen Kommutatortellers, der auf einer Seite der Wicklung befestigt ist. Auf dem Kommutatorteller ist der zylinderförmige Kommutator angebracht. Da der Rotor eines Glockenankermotors keinen Eisenkern enthält, treten keine Ummagnetisierungsverluste auf.
Da diese Rotorbauart im Vergleich zu konventionellen Gleichstrommotoren ohne Eisenblech auskommt, ist ihr Trägheitsmoment sehr gering. Dies erlaubt eine hohe Dynamik des Motors. Gleichzeitig sorgt der eisenlose Aufbau für einen rastmomentfreien und sehr ruhigen Lauf. Da keine Ummagnetisierungsverluste auftreten, kann ein Glockenankermotor sehr hohe Wirkungsgrade erreichen.
Das könnte Sie auch Interessieren